26. Februar 2010

Mein Blog - Namesgeber



Mein Blog heißt Sanspareil nach einem Garten in Franken der mich sehr beeindruckt hat. Und natürlich weil ich denke, dass auch mein Garten sans pareil ist.




"Ah! C'est sans pareil!" 
Ein Augenschmaus "ohnegleichen" 
 
Diesem Ausruf der Begeisterung aus dem Munde einer Hofdame des Bayreuther Markgrafen verdankt der Felsengarten seine Namen. Es war die Zeit, als der Adel in ganz Europa gerne im Pomp und Prunk schwelgte, mit glanzvollen Festen, Feuerwerken und Jagden zu ausgelassener Selbstdarstellung neigte. Auch das in Bayreuth residierende Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine leistete sich aufwändige Vergnügungen und einen umfangreichen Hofstaat.

"Die Natur selbst war die Baumeisterin" charakterisierte Wilhelmine den Felsengarten in einem Brief an ihren Bruder, Friedrich den Großen. In der Tat bestimmten natürliche bizarre Felsformationen im Buchenhain von Sanspareil das Bild des ab 1744 angelegten Gartens.








Inspiriert vom Erziehungsroman des Erzbischof Francois de Salignac de la Motte Fenelon "Les Aventures de Telemanque" errichtete der Architekt Joseph Saint-Pierre und der Bildhauer Giovanni Battista Pedrozzi eine Grottenanlage, Felsengruppen, Gartenarchitekturen und Skulpturen.







Ergänzt wurde das Gartenprogramm von Markgraf Carl Alexander.Neben dem Felsengarten Sanspareil thront die mittelalterliche Burg Zwernitz. Sie war einst Stammsitz der oberfränkischen Walpoten und wurde erstmals 1156 urkundlich erwähnt. Von 1338 bis 1810 war sie im Besitz der Hohenzollern, bevor sie an das Königreich Bayern fiel. Bergfried und Archivbau, die die Silhouette der Burg prägen, gehen mit ihrem Buckelquaderwerk noch auf die spätromantische Anlage zurück. In der sogenannten Hochburg aus spätmittelalterlicher Zeit sind Hieb- und Stichwaffen sowie Mobiliar des 16. bis 18. Jahrhunderts ausgestellt.

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23. Februar 2010

Reisepflanzen

Einige meiner Gartenpflanzen sind schon weit gereist. Zuerst von Nürnberg nach Frankreich in die Pyrenäen in Umzugskartons verpackt und mit DHL. Das haben sie alle gut überstanden.




Dann ein Jahr später von den Pyrenäen an die Westküste in den Interimsgarten, ebenfalls in Umzugskartons verpackt aber im Umzugswagen.


Und hier warten sie nun, Sträucher, Stauden, Gräser, Zwiebelblumen, Sämlinge und gerade Pikierte, in Waschwannen, Plastikkästen und Obststeigen und alles was an Töpfen zu finden war gepflanzt, auf den hoffentlich für sie und mich letzten Umzug in den Sanspareil-Garten.


17. Februar 2010

Gartenphilosophie

Der gestylte Garten kommt mir vor
wie eine Besserungsanstalt für die Natur.
Thomas Hentsch

  • Unser Garten hat zwar eine feste Struktur, aber die Pflanzen dürfen weitestgehend wachsen wie sie möchten
  • Es gibt keine geschnittenen Hecken
  • keine Dekorationen, Gartenzwerge, Elfen u.a.
  • kein Gift
  • der Garten soll uns Köstliches und Wirksames für Küche und Apotheke liefern
  • wir möchten nur Pflanzen verwenden, die mit den Gartenbedingungen zurechtkommen. Das sind hier kalkhaltige Erde, Trockenheit im Sommer und Nässe im Winter
  • als Dünger Komposterde, Brennesseljauche, Gesteinsmehl und Hornspäne

Ich freue mich auf einen Garten der Sinne, auf den Duft der Blüten, die kühle Morgenluft, auf das Matschen in der duftenden Gartenerde, auf zwischernde Vögel, auf das Rascheln der Gräser im Wind, auf die emsigen Bienen und Hummeln, auf die Spannung ob die Gottesanbeterin sich zeigt. Die größte Freude bereitet es mir Pflanzen zu säen und zu beobachten, wie sie gedeihen und wachsen oder auch Hilfe brauchen, ein immer wieder neues Wunder.

Im Garten ist Leben, da lebe ich auf und schöpfe Kreativität, Liebe, Zufriedenheit, Glück. Das Gefühl, sich Frisches aus dem Garten in die Küche zu holen, ist unbeschreiblich. Gartenlust anstatt Gartenarbeit.

Das Allerschönste jedoch ist, den Garten in Zweisamkeit genießen zu können, am Abend bei einem Glas Wein die, zwar gestylte, aber weitgehenst natürliche Natur auf sich einwirken zu lassen und ein Teil von ihr zu sein.

Der Traumgarten im Plan

Die alltagserleichternden Grundsätze die wir für unser Haus erarbeiteten, haben wir auch für den Garten angewandt. Wenig Rasen, der mit festen Mähkanten eingefasst ist, stabile Wege, Hochbeete im Gemüsegarten. Die Bepflanzung so ausgewählt, dass der Arbeitsaufwand auch im hohen Alter zu bewerkstelligen sein wird (evtl. mit etwas Hilfe). Es wurden nur Pflanzen ausgewählt, die auch ohne uns mit dem hiesigen Klima zurechtkommen. Um in der heißen Zeit für die Bewässerung des Gemüsegartens genug Wasser zu haben, ließen wir eine Zisterne einbauen.

Wir haben den Garten zusammen mit dem Haus entworfen. Hier unsere Vorstellungen:


Das Grundstück ist quadratisch und 478 qm groß. Der Garten hinter dem Haus (Nord) ist 20 x 10 m, die rechte Seite (Ost) ist 6 x 10 m und der Vorgarten (Süd) ist 5 x 6 m groß.

Der Nordgarten ist in vier Gartenzimmer aufgeteilt.

  1. Dort, wo im Plan Linge steht, also der Wäscheplatz sich befindet, ist das Steingarten-Zimmer mit einem Trockenbach (Sichtachse Hauswirtschaftsraum).

  2. Dann kommt das Brunnen-Zimmer mit einem Kieskreis, der an die Terrasse anschließt und in dem ein sehr alter Olivenbaum wachsen soll. (Sichtachse Esszimmer)

  3. Anschließend die Rosenallee. Eine Pergola die den Garten teilt. (Sichtachse Büro).

  4. Und dann kommt der Gemüsegarten mit Hochbeeten und weiteren Beeten.

  5. An der Nordmauer im Hintergrund entlang der Grundstücksgrenze und an den vorher genannten Gartenzimmern vorbei verläuft eine Pergola, die vorne bepflanzt wird mit Spalierbäumen und anderen Klettergewächsen. Hoch oben soll eine Bobby James thronen.

Der Ostgarten umfasst zwei Gartenzimmer.
  1. Den Gartenarbeitsplatz

  2. Und den Ostgarten. Hier entsteht ein großer Kieskreis an der Schlafzimmer-Gartentüre. Es soll ein ruhiger, östlich angehauchter Gartenbereich werden.

Am Vorgarten sollen sich alle erfreuen die vorbeifahren und -spazieren. Hier ist eine sonnige Dauerblüher-Bepflanzung geplant.

Wie alles begann

en français


Nachdem mein größter Wunsch in Erfüllung gegangen ist (ich habe meinen Traummann kennengelernt und geheiratet) wollten wir zusammen ein Nest designen.
Zuerst war zu entscheiden wo in Europa wir zusammen leben möchten. Wir haben uns für Süd-West-Frankreich am Bord der Atlantikküste entschieden. Die Universitätsstadt LA ROCHELLE mit ihren kulturellen Angeboten hat uns gut gefallen.

Unsere Grundstückswünsche waren:

es sollte auf dem Land sein
die Stadt sollte mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein
das Dorf sollte über alle Einrichtungen verfügen, die man für das tägliche Leben benötigt

  • Arzt, Zahnarzt, Apotheke, Physiotherapeuten
  • Supermarkt, Bäcker, Metzger
  • Frisör, Bank, Post
  • Restaurant
  • und noch möglichst viele andere Angebote
Dieses hier entsprach allen Vorgaben und wurde 2008 erstanden


Das Grundstück ist der Getreideacker und reicht von der Mauer bis nach vorne, wo auch der Nachbarszaun endet, und ist so breit wie die Mauer. Es ist quadratisch und 478 qm groß.