5. Oktober 2010

Alles futsch

Ich habe 2 Lauchstangen für eine Suppe ernten wollen. Am Ende habe ich alle geerntet. Eine nach der anderen musste ich wegwerfen. Alle waren sie von Maden zerfressen. Diese waren ein bißchen über 1 cm groß und weiß. Dank Google fand ich den "Biogärtner".

Zumindest die Karotten und die Kräuter waren aus dem Garten. Das machte mich schon zufrieden.


 Beim Biogärtner  lernte ich, dass es sich um die Lauchmotte handelt.

Lauchmotte Acrolepia/Acrolepiopsis assectella. 16 -18 mm groß. Flügel sind braun mit helleren Flecken. Raupe ist 13 mm groß, weiß-gelb-grünlich, mit hellen Streifen und schwarzen Punkten. Kopf bräunlich. Eiablage ab 4 - 5 und 7 - 9 abends direkt an die Blätter. Schabefraß. Die Raupe verpuppt sich in einem Gespinst an der Außenseite der Blätter, es entstehen Streifen. Die Raupen fressen bis in den Herbst hinein. Die 2. Generation ist die gefährlichste. Überwinterung als Falter. Zunächst frisst die Raupe an den Blättern (diese sterben oberhalb ab), dann in den Schaft hinein. Die Fraßschäden werden durch Bakterien und Pilze, die sich nachfolgend ansiedeln, stark vergrößert. - Befällt auch Knoblauch und Zwiebeln. 

Also habe ich alle Blätter und Stengel in den Müll gegeben.

Ich hoffe sehr, dass in dem Hochbeet keine Maden verblieben sind. 

Tomaten, Salat und Möhren, die auch in diesem Hochbeet sind, geht es gut. Aber ich habe schon zweimal Jungpflanzen von Schnittsalat gepflanzt, der innerhalb von ein paar Tagen gestorben ist. Zuerst sah er gut aus und plötzlich schlappte er. Ob da ein Zusammenhang besteht?

Ich habe noch ziemlich viel zu lernen, als Biogärtnerin.

Vorbeugung
Mischkultur mit Erdbeeren, Möhren, Sellerie. Dill, Fenchel, Kamille, Lavendel, Pastinaken, Petersilie, Ringelblumen und Sellerie wehren sie weitgehend ab. Fledermäuse, Raupenfliegen, Schlupfwespen und Vögel fördern. Windoffene Lagen. Spritzen mit Schachtelhalmbrühe, ggf. verstärkt mit 3% Spiritus oder 1% Schmierseife im Abstand von 2 - 3 Wochen. ENVIRepel. Stäuben der inneren Blätter mit Steinmehl beim Setzen. Brennesselkaltwasserauszug, Rhabarbertee, Rainfarntee. Insektennetz ausbreiten. Vor 6 bzw. 10 keinen Porree pflanzen.

Vielleicht waren in meinem erst 3 Monate alten Garten die Nützlinge noch nicht ausreichend? Die Insekten haben sich ja erst mit der Zeit eingestellt, wie ich beobachtete.


Behandlung bei Befall
Dipel bei Jungraupen. Spruzit. Heißwasserspritzung unter 50°. Blätter abschneiden, die Raupen zerdrücken oder die Pflanze zurückschneiden, wenn der Schaft schon angegriffen ist. Der Porree schlägt wieder neu aus. Rhabarberblätterjauche, Rainfarntee oder Schmierseifenbrühe spritzen. Niem.

1 Kommentar:

manacur hat gesagt…

Oh, so etwas kennen wir auch. Wir hatten mal für fünf Jahre einen Bungalow mit 2400 m² Grundstück und altem Obstbaumbestand, gut 150 m² Nutzgarten (für 2 Personen!). Wohin mit den Ernten - die Andern im Dorf hatte ja auch so viel?
Da waren die Schädlinge hilfreich im Konsum. *gr*
Kopf hoch und Rücken tief!
Bises