6. Januar 2011

....sind mein Lieblingsessen

 Wer errät wovon der Verfasser hier schwärmt?

Für einen Franken die Nahrung schlechthin.

...sind mein Lieblingsessen! Da gibt es kein Deuteln und kein Fabulieren von Ragout fin, Austern oder sonstigem Unsinn. Es sind ... Das fing schon in meiner Jugend an, ... da gab’s nichts drüber, selbst im Reich der Kartoffeln! Keine Pell- und Bratkartoffel, keine Pommes frites und kein Backers ..., d.h. der Backers kam durchaus in die Nähe vom ..., wenn in ihm, außer brauner Kruste, noch recht viel dieser leicht gummiartigen, stärkehaltigen Teigmasse war, die den ... eben ausmacht. Und dies ist es! Das Gummiartige, Schmelzende, schmeckend Nährende, dieses, hm, ja, wie sage ich es, dieses mich sozusagen ans Brot der frühen Jahre oder, wer weiß, an den Babybrei, die Muttermilch gar erinnernde, einzigartig zufrieden und satt machende – Essgefühl!

Also verstehen Sie mich nicht falsch! Man kann essen und man kann sich sättigen, man kann das bewusste Ragout fin speisen und eine Schüssel Salat mit Balsamico köstlich finden und man kann sich mit einer Erbswurstsuppe über Wasser halten, aber nicht s geht über das Gefühl, wirklich satt, warm, geborgen und eben endgültig still und zufrieden gemacht zu sein – wie es eben beim ... der Fall ist!

Tiefenpsychologische Gründe

Wahrscheinlich ist es etwas, das beim ... selber aufkommt, beim Kauen sozusagen, dieses unter den Zähnen nachgebende Etwas, das das Kauen im Wortsinne eigentlich gart nicht recht aufkommen lässt, das es vielmehr in eine Art Mapfen oder, wie soll ich sagen, lamsames Zerschmelzen des ... – sagen wir an einen Babyschnuller von fern erinnerndes Lutschen – verwandelt, an all jenes jedenfalls, war wir eventuell einmal im Mund hatten, bevor die Welt mit all ihren zu schluckenden Kröten und Formen des Normalmannas auf uns zukam. Dass wir nicht anders können, als ... zu bestellen, wenn es ... gibt, hat also tiefenpsychologische Gründe, und am Ende vermute ich, das wir das andere nur dazu bestellen, damit der ... besser rutscht, oder damit wir etwas zum Auftunken haben – und genau deswegen ist es für uns ....esser ja auch das Schlimmste, wenn wir einen ... öffnen oder, besser, wenn wir in einer fränkischen Wirtschaft hinter dampfig beschlagenen Scheiben am warmen Ofen sitzend sonntags zwölf Uhr unseren ... aufreißen und...

Ach so ja, aufgerissen müssen sie natürlich werden. Das wissen wir alle. Wer mit einem scharfen Messer an den ... geht und einfach durch ihn durchschneidet und es nicht seitwärts führt, den ... sozusagen aufreißend, wer also das Gummiartige missachtend hineinschneidet und den ... solchermaßen dekapitiert, der gehört über Wochen in die Vorhölle der mit ...hilfe gemachten oder gar aus Fertig... fabrizierten Magenbeschwerer, die er dann zur Strafe mit Fertigsoße essen mag, aber er gehört nicht nach Franken und auch nicht in die Oberpfalz wo der ... legendärer Weise herkommen soll, wenn es nicht auch schlesischen ... und anderweitige Sorten gäbe, die diese Legende mit einem Fragezeichen versehen. Und in den Spiegel schauen darf so ein ...aufschneider jedenfalls nicht mehr. – Aber ich wollte ja auf etwas ganz anderes hinaus! Das Schlimmste nämlich ist es wenn man den ... öffnet, und – wäre er auch nicht mit den Igredienzien unserer Zeit versetzt, die einen zwar äußerlich runden und schön wirkenden ..., in Wirklichkeit aber ein trockenes bröckeliges Monstrum hervorbringen..., - das Schlimmste wäre, sagte ich, wenn es dann drinnen im ..., in der Mitte hinter den warmen, dampfenden Fladen, nicht jenen kleinen Schatz zu entdecken gäbe, die in der Pfanne in Butterschmalz braungelb gebackenen ..., rösch und knusprig. Diese Erinnerung an einen Schatz, den man findet, einen Kinderseelenschatz natürlich, ist wohl der zweite Grund, aus dem wir nicht wiederstehen können, wenn ... auf der Speisekarte steht.

Geheimnis über Geheimnis

Gut, gut, Sie sagen nun, ich übertreibe, ich verbohre mich oder habe mir am Ende sehr engstirnig eine ganz bestimmte Art des ... zurechtgelegt und ganz vergessen, wie gut andere Varianten des ... schmecken und selbst der ... hat verschiedene Herstellungsarten. Geheimnisse über Geheimnisse jedenfalls, ich gebe es zu, dass der Morgen, an dem die ... zubereitet werden, etwas Besonderes hat, je nach Zubereitungsart, denn ...tage sind Festtage! Und die Zubereitung selbst kann, je nach Aufwand, einen Festmorgen, sagen wir den ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag oder den ersten Mai glatt voll in Anspruch nehmen und eine Familie beschäftigen – einschließlich Vater, denn wer bitte dreht noch so kräftig am Küchenhandtuch, in das der .... gefüllt wurde, dass da auch wirklich all das Wasser und die St... in die Schüssel tropft, die dann, wenn sich alles abgesetzt hat, wieder zum .. . gegeben wird?

Dies alles wäre beredenswert und wichtig, ich gebe es zu, aber, wie schon gesagt, mir geht es, oder soll ich sagen ging es um.... – nun – nicht gerade „den ... an sich“ aber doch, sagen wir, um eine archetypische Gestalt. Der ... ist – jedenfalls archimedisch gesehen – eine Kugel!

In Nürnberg soll es – legendärerweise – eine ...kanone gegeben haben, eine Art Schleuder, die ...fränkische ... etwa dreihundert Meter weit in Richtung Flugplatz befördert und dort zum Ärger der Flugzeugbesatzungen die Windschutzscheiben und Cockpits verunreinigt haben soll. Der Schütze: ein lärmgeplagter Franke, der die Maschinen am Start hindern wollte. Nun gut, es gäbe auch hier viel zu berichten, ich wollte ja eigentlich nur sagen, für mich ist der ..., ich meine der fränkisch, gummiartige, mit .. gefüllte ..., der auf der Zunge zergeht, die Nahrung schlechthin. – Wer ihn einmal genossen hat, der ist für immer gefeit vor jeder Art des Ersatzes oder nicht aus .. und abgeseihtem ... hergestellten .... Er erkennt den Betrug und schiebt den Teller weg und verlässt das Lokal, um woanders zu bekommen, was diesen Namen verdient.

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