17. April 2011

Cynara cardunculus "Lancelot F1" Type Breton , Syn. Cynara scolymus - Artichaut vert - Artischocke

Die Artischocke ähnelt in allen Teilen ihren wilden Vorfahren, Cynara cardunculus. Sie ist ausdauernder: Nachdem sich im Herbst des ersten Vegetationsjahres eine grundständige Blattrosette gebildet hat, werden etwa fünf Jahre lang 0,5 bis zu zwei Meter hohe Stängel mit Blütenständen gebildet.

Im Sanspareil-Garten fühlt sie sich auch wohl.


13.4.2011
20.4.2011 - 10 Früchte (eigentlich ja Blütenknospen) haben wir zum Essen geerntet.
Diese hat einen Durchmesser von ca. 10 cm.


6.5.11 - Nachdem nun keiner mehr Artischocken essen möchte, darf sie blühen



4.6.11
 
4.6.11
 
um ein bißchen in die Blüte gucken zu können benötigte ich einen Schemel
9.6.11

9.6.11


Sie faltet am Abend, oder vielleicht dann wenn es kälter wird, ihre Blätter über die Früchte, so dass man sie nicht sehen kann.

Nach der Blüte ist die Staude leider nicht mehr so ansehnlich. Da wir auch nur selten Artischocken essen mögen, haben wir die Pflanze im Juli 2011 entfernt.

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Die frostempfindliche Artischocke stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Etwa im ersten Jahrhundert nach Christus scheint der Beginn der Kultivierung der Artischocke zu liegen. Die Araber verbreiteten die Artischocke im südlichen Mittelmeergebiet. Nachdem die Pflanze durch den neapolitanischen Händler Filippo Strozzi Anfang des 15. Jahrhunderts aus Sizilien importiert wurde, trat sie ihren Siegeszug nach Frankreich und Großbritannien an und etwa 400 Jahre später wurde sie auch in den USA eingeführt. Bis zur französischen Revolution war die Artischocke in den Gärten des französischen Landadels ein Zeichen von Reichtum und vornehmer Lebensart.

Hauptanbaugebiete sind heute USA, Italien, Spanien, Ägypten, Argentinien und Frankreich. Die Pflanze benötigt im Garten etwa 1 m² Platz und bevorzugt sonnige, warme Plätze. Geerntet werden die faustgroßen Blütenköpfe, wenn sie noch geschlossen sind und die äußeren Schuppen leicht abstehen. Verpasst man diesen Zeitpunkt, zeigt sich eine große violette Blüte.

Bei großen Artischocken sind nur die unteren fleischigen Teile der Schuppenblätter und die Blütenböden essbar. Die unter den Blättern liegenden Härchen, das so genannte „Heu“, sind nicht zum Verzehr geeignet. Kleinere Artischockensorten, die überdies früh geerntet werden (wie es z.B. auf der Gemüseinsel Vignole in der Lagune von Venedig üblich ist) können im Ganzen verzehrt werden, darunter auch die mit dem Siegel der geschützten geografischen Angabe (g. g. A.) versehene, stachellose Römische Artischocke (carciofo romano). Die ganzen Blüten werden gebraten oder gekocht. Der Geschmack der Artischocke ist feinherb bis zartbitter. Artischocken werden 20 bis 45 Minuten in Salzwasser mit etwas Zitronensaft gekocht. Die Blätter werden dann abgezupft und der untere Teil mit den Zähnen abgezogen. In der Regel wird dazu eine Vinaigrette gereicht. Artischockenböden werden auch eingelegt und sind unter anderem ein verbreiteter Pizzabelag.

Zusammen mit Kräutern wird aus Artischocken seit 1953 in Padua auch ein dunkelbrauner Aperitif mit dem Namen Cynar hergestellt.

Artischocken wird eine appetitanregende, verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben. Der in ihnen enthaltene Bitterstoff Cynarin regt den Stoffwechsel von Leber und Galle an. Außer als Gargemüse werden ihre Blätter in Säften, Tees, Trockenextrakten und Tinkturen verwendet. Ihre medizinische und diätetische Wirkung wird auf den Gehalt an speziellen Flavonoiden und Chinasäurederivaten zurückgeführt.
Die Artischocke wurde 2003 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

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