26. April 2011

Phaseolus vulgaris "Cordon Bleu" - haricot, haricot commun - Buschbohnen

Die Gartenbohne ist eine einjährige Pflanze. Die Blätter sind dreizählig, in ihren Achseln entspringen Seitentriebe. Von den zwei Varietäten wird die Stangenbohne zwei bis vier Meter hoch, und windet sich als Linkswinder (gegen den Uhrzeigersinn) an Stützen nach oben. Die Buschbohne hat ein begrenztes Längenwachstum, windet nicht und wird nur 30 bis 60 cm hoch. Die Buschbohne beendet nach vier bis acht Internodien das Wachstum und bildet endständige Blütenstände.

In Europa werden die noch nicht ausgereiften Hülsen der Gartenbohnen vielfach als Gemüse gegessen (Grüne Bohnen, Wachsbohnen). Generell werden aber auch die reifen, trockenen Samen, die sich leicht lagern lassen, viel genutzt. Im Reifegrad zwischen den „Grünen Bohnen“ und der „Trockenkochbohne“ oder „Körnerbohne“ liegen die Flageoletbohnen, bei denen die milchreifen Kerne geerntet werden, wenn die Hülsen eine lederartige Reife haben. Sie gelten als Delikatesse.


25.4.11
6.5.11 mit Bohnenkraut

6.5.11

9.6.11

Juli 2011 - jeden zweiten Tagen haben wir so eine Schüssel voll geerntet. Der Gefrierschrank ist gefüllt und die Bohnenpflanzen entfernt
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Bohnen sind reich an Stärke und Protein, allerdings ist das enthaltene Protein oft physiologisch unvollständig, weswegen die essentiellen Aminosäuren Methionin und Tryptophan durch andere Nahrungsmittel, wie z. B. Getreide, ergänzt werden müssen. Sie enthalten größere Mengen der Mineralstoffe Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen (v. a. in der Form von Leghämoglobin), sowie der Vitamine B2, B6, C, E, Provitamin A (Betacarotin) und Folsäure. Das Vitamin C unterstützt die Aufnahme des enthaltenen Eisens, geht allerdings durch das Kochen zum größten Teil verloren.

Der Verzehr von Bohnen kann zu einer stark vermehrten Gasbildung im Dickdarm und dadurch zu Blähungen führen. Der Grund hierfür ist, dass bestimmte in Bohnen enthaltene Dreifachzucker, wie zum Beispiel Raffinose, nicht vom Menschen verdaut werden können, von Darmbakterien aber sehr wohl – unter Absonderung von Faulgasen – metabolisiert werden. Dies führt zu Blähungen.
Eine Möglichkeit, dieser Nebenwirkung vorzubeugen, ist, die Bohnen vor der Zubereitung zu wässern, um die fraglichen Zucker auszuwaschen. Dabei gehen aber auch Mineralstoffe und wasserlösliche Vitamine verloren. Die andere Möglichkeit besteht in der Einnahme des Enzyms, das die Raffinose in Saccharose und Galaktose spaltet. Die Zugabe bestimmter Gewürze, wie zum Beispiel Kümmel, führt nicht zu einer Verringerung der Menge an produziertem Gas, aber zu einer Entspannung der Darmmuskulatur, was die Blähungen für manche Erwachsene und insbesondere Kleinkinder weniger unangenehm macht.

Als Droge dienen die Bohnenschalen d.h. die von den Samen befreiten Früchte (Hülsen) Phaseoli pericarpium. Die Droge hat schwach harntreibende Wirkung und wird deshalb bei Katarrhen der ableitenden Harnwege und zur Vorbeugung der Bildung von Harngrieß und Harnsteinen eingesetzt. Es ist nicht bekannt, auf welche Inhaltsstoffe diese Wirkung zurückzuführen ist. In der Volksheilkunde wird die Droge als Diabetikertee zur Senkung des Blutzuckerspiegels genutzt; die Wirkung ist aber nicht gesichert.
Getrocknete Bohnen als Zählsteine gaben dem „Bohnenspiel“, einer Variante der weit verbreiteten Mancala-Spiele, seinen deutschsprachigen Namen.

Zum Dreikönigstag (6. Januar) wurde früher eine Bohne in den Kuchen gebacken. Wer sie fand, war der Bohnenkönig, manchmal gab es auch zusätzlich eine weiße Bohne für die Bohnenkönigin.

Der Name „Bohnenkönig“ ist jünger als das Phänomen, das er bezeichnet; er reicht im Deutschen nur bis ins 16. Jahrhundert zurück und wird erst im 18. Jahrhundert allgemein. Die Erscheinungsformen der rituellen Königsfeier am Dreikönigstag sind regional und sozial unterschiedlich; in ihrem Zentrum steht aber immer der durch Wahl oder, häufiger, durch Los ermittelte König. Eines der verbreiteten Losverfahren besteht in der Verteilung eines Kuchens, in den eine Bohne eingebacken ist. Demjenigen, in dessen Kuchenstück sich die Bohne findet, fällt damit das Königsamt zu, daher der Name „Bohnenkönig“.
Früher gebrauchte man daneben eine Reihe anderer Losverfahren, wie etwa geschriebene oder gedruckte Loszettel, die es erlaubten, neben dem König noch weitere Hofämter zu erlosen. Es folgt ein gemeinsamer Umtrunk, wobei der Festgesellschaft regelmäßig die Aufgabe zukommt, mit der Wendung „Der König trinkt“ zu akklamieren, sobald der König das Glas erhebt. Im Französischen ist der charakteristische Ruf namengebend geworden („le roi-boit“). Neben familiären Ausprägungen des Brauches gab es städtische und höfische Großformen, die eine Reihe weiterer Ritualelemente integrierten, wie Prozessionen, Gottesdienste und Belustigungen aller Art.


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