9. Juni 2011

Atomausstieg - Kostenanstieg

Hat man denn Zahlen darüber, was uns der Atomstrom wirklich kostet? Mit dem Strompreis ist es ja nicht getan. Nun ist mir klar, dass die Kosten des Atomstroms nicht zu Null schrumpfen wenn wir die Meiler stilllegen, sondern in immenser Höhe weiterlaufen. Aber weniger Müll kann künftig doch auch Geld einsparen, das wir in Förderprogramme für erneuerbare Energien und vor allem in Stromspar-Innovationen stecken könnten?

Atomstrom ist nur deshalb wettbewerbsfähig, weil er unverhältnismäßig hoch subventioniert wird. Bei der Berechnung der bisher geleisteten Subventionierungen kommt Greenpeace in seinem Bericht „Staatliche Förderungen der Atomenergie im Zeitraum 1950 – 2010“ auf eine Summe von 204 Milliarden Euro (im Gegensatz zur Bundesregierung, die von 200 Millionen spricht und dabei weder Forschungsförderung, Finanzhilfen des Bundes, Steuervergünstigungen bei der Energiebesteuerung oder die Kostenenübernahme für den Atommüll berücksichtigt), so dass rein rechnerisch jede Kilowattstunde des Atomstroms mit 4,3 Cent bezuschusst wurde. Zum Vergleich: Die erneuerbaren Energien erhalten Zuschüsse von 2 Cent/kWh.
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Info:
http://www.atomstrom-info.de/allgemein/ist-atomstrom-wirklich-so-guenstig/

Ein Castor-Transport im vergangenen November aus Frankreich nach Gorleben kostete das Land Niedersachsen aufgrund massiver Proteste von 16.000 Atomkraftgegnern knapp 20 Millionen Euro.
Dazu fielen in der Vergangenheit Kosten für Forschungsreaktoren an, die sich auf ca. 7 Milliarden Euro belaufen dürften.


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Hier eine Information von www.ausgestrahlt.de vom 31.5.2011:
Hintergrund/Kompaktinfo: Konzerne sollen Asse zahlen!

Im ehemaligen Salzbergwerk „Asse II“ bei Wolfenbüttel liegen rund 125.000 zum Teil undichte Fässer mit Atommüll. In die Stollen dringt Wasser ein, Salzlauge kommt mit Atommüll in Kontakt, das einst als „säkular sicher“ bezeichnete gut 40 Jahre alte „Versuchsendlager“ ist akut einsturzgefährdet.
Das Bundesamt für Strahlenschutz rechnet mit Kosten von bis zu 2,5 Milliarden Euro für die Sicherung und eventuelle Bergung des Atommülls sowie eine ordnungsgemäße Stilllegung der Grube. Nach dem Willen der Bundestagsfraktionen von SPD und CDU soll für diese Kosten nun der Bund aufkommen, also alle SteuerzahlerInnen.
So steht es in einem Änderungsantrag vom 22. Januar 2009 (Seite 9/10 in der Beschlussempfehlung des Umweltausschusses, Drucksache 16/11782) zur 10. Atomgesetznovelle (Regierungsvorlage - Drucksache 16/11609). Der Antrag soll bereits am Freitag, 30. Januar 2009, im Bundestag beschlossen werden. Das CDU-FDP-regierte Land Baden-Württemberg hat im Bundesrat einen ähnlichen Antrag gestellt. Die Atomindustrie, die den Strahlenmüll maßgeblich produziert hat, soll demnach wieder einmal billig davonkommen.

75 Prozent der Asse-Strahlung aus AKW-Betrieb

90 Prozent der gesamten Strahlung in der Asse (211.000 Curie) stammen aus der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK). Die hat das "Versuchsendlager" Asse von 1970 bis 1978 zur billigen „Entsorgung“ ihrer Betriebsabfälle benutzt. Gefüttert wurde die WAK vor allem mit abgebrannten Brennstäben aus bundesdeutschen Atomkraftwerken. Letztlich stammen daher 63 Prozent des radioaktiven Inventars in der Asse vom AKW Obrigheim, neun Prozent vom AKW Gundremmingen. Betreiber des AKW Obrigheim ist der Energiekonzern EnBW, Gundremmigen gehört RWE und Eon.

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