12. Juni 2011

Bewässerungs-Management

Einen Garten anzulegen im ozeanischen Klima, in einem Gebiet, in dem es windig bis stürmisch ist, in dem im Sommer große Trockenheit herrscht und Wasser rationiert wird, die Winter aber regenreich sind, war für mich Neuland.

Ich habe sehr interessiert das Buch von Beth Chatto gelesen und mich an ihre Pflanzempfehlungen gehalten. Wir haben hier sehr kalkige, steinhaltige Erde, so dass das einem Kiesgarten schon recht nahe kommt.

In diesem Beitrag, den ich immer wieder editieren werde, möchte ich aufzeichnen welche Pflanzen in unserem Garten gut und welche schlecht mit Trockenheit oder Winternässe zurecht kommen. Und natürlich was wir Sanspareil-Gärtner dazu gelernt haben.

Wir haben im gesamten Grundstück Bewässerungsschläuche verlegt, um Wasser zu sparen und uns die Arbeit. Und wir haben eine Zisterne für 6.000 l. Es regnet im Sommer nicht so viel und so wird die Zisterne nur im Winter voll. Eine größere Zisterne würde uns deshalb nichts bringen. Ein Wasserfass mit 300 l zum Füllen der Gießkannen ist noch vorhanden, damit die Pumpe nicht jedesmal angeworfen werden muss um mal ein paar Töpfchen zu gießen. Wir möchten noch das Dachwasser von unsem Holz-Schuppen auffangen und dafür ein weiteres Wasserfass anschaffen.
In den Gemüse-Hochbeeten wird mit Stroh oder Grasschnitt gemulcht. Alle Gehölze werden mit Grasschnitt gemulcht. Da wir so wenig Grasflächen haben, ist Heu rar. Zierbeete sind so eng bepflanzt, dass Sonne und Wind die Erde nicht so leicht austrocknen können.


Erstes Gartenjahr - 2011

Der Gemüsegarten und der Aufzuchtgarten müssen täglich gegossen werden. Wir hatten mit einem 2-Tages-Rhytmus begonnen; das war nicht genug.

Der Olivenbaum bekommt während der ersten drei Jahre, in den Monaten Mai/Juni/Juli, jeweils 40 l Wasser. Er sieht sehr vital aus, Blüten und Früchte blieben aus.

Beeren- und Obstgehölze werden einmal wöchentlich, seit Juni, gegossen (10 l). Das scheint zu genügen.

Ziersträucher und -Bäume werden, während der ersten drei Jahre, im Drei-Wochen-Turnus bewässert. 10 l pro Pflanze. Das ist für einige hart an der Grenze und
Clethra, Nandina Domestica und Sternmagnolie
kommen damit (noch) nicht zurecht.
Diese drei bekommen wöchentlich 10 l Wasser.

Die Zierpflanzen- und Kräuter-Beete haben wir im 10-Tage-Turnus bewässert, da auch die Stauden und Kleingehölze noch nicht ausreichend eingewurzelt sind. Damit sind fast alle Pflanzen zurecht gekommen.

Schon seit Mai ist allerdings in der Region ein Gießverbot für den Ziergarten wegen des Wassermangels ausgesprochen.  Das Bewässerungsverbot ging schrittweise vor, so dass anfangs Bewässerung mittels Tröpfchenbewässerungs-Systeme noch erlaubt war.

Im April 5,5 l pro qm gerechnet,
im Mai hat es 7,6 l
im Juni bisher (10.6.) 11,7 l. Das beschert den Pflanzen eine Verschnaufpause. Die heißen Monate kommen ja erst noch.


Eine komplette Pflanzliste ist unter den obigen Registern zu finden.

Pflanzen in Zierpflanzen- und Kräuterbeeten die mit dem 10-Tages-Rhytmus nicht zurecht kommen:

Levisticum officinale - Liebstöckel
Valeriana officinalis - Baldrian
Angelica archangelica - Engelswurz
Allium schoenoprasum  - Schnittlauch
Allium tuberosum - Knolauch
Petroselinum crispum - Petersilie

sie erhalten das Waschwasser von Salat und Obst und das Kochwasser von Gemüse und Kartoffeln.

Meldung im TV vom 10.6.11: Atomkraftwerke müssen Kapazitäten zurückfahren, es ist nicht genug Wasser zum Kühlen da.

1 Kommentar:

Elke hat gesagt…

Toller Bericht! Dieses Jahr überdenke ich auch mal wieder meine Pflanzliste, bei diesem trockenen Frühjahr muss man über andere Pflanzen nachdenken. Kochwasser von Pellkartoffeln nehme ich auch für den Garten, ist ja kein Salz drin.
VG
Elke