6. Juni 2011

Brassicogethes aeneus - Meligethes aeneus - Rapsglanzkäfer

Hilfe im Hochbeet Nr. 1 erleben wir eine Invasion!

Vor einigen Wochen hatten wir den Befall von einer Nelke. Sie stand innerhalb eines Tages völlig dürr da und musste entsorgt werden.
Im Hochbeet befallen sie vor allem die Rüben, aber auch Gurke und Salat.
In diesem Beet blühen die Tagetes bald auf, vielleicht lassen sie dann das Gemüse in Frieden wachsen.

Einem Tipp folgend haben wir gelbe Behälter mit Wasser gefüllt. Die Käfer sollen darauf fliegen und ertrinken. Das funktioniert nur zufällig. Aber es dezimiert sie etwas.



Ich habe gelesen, dass das Besprühen mit Lavendelöl den Befall deutlich dezimiert. Vielleicht sollte ich nicht nur neben jede Rose sondern auch in die Hochbeete Lavendel pflanzen? Lavendel in Abwechslung mit Tagetes. Auf jeden Fall vermehre ich gleich mal einige Pflanzen. Für das Gemüse bleibt dann weniger Platz, aber es wächst gesünder auf.

5.6.11

5.6.11 - die Blätter sehen schlimm aus

in kürzester Zeit sind die Pflanzen geschädigt
Die Gurke hat schon mal einen Lavendelzweig bekommen:





Wikipedia erklärt:
Rapsglanzkäfer werden nur etwa zwei Millimeter lang. Der Chitin-Panzer glänzt metallisch, die Farbe variiert bei verschiedenen Individuen, sie kann grün, blau, violett oder sogar schwarz sein. Der Körper hat eine ovale Form. Die Flügeldecken sind mit kleinen Härchen übersät. Sowohl die Beine als auch die Fühler sind braun gefärbt. Die kurzen Fühler verdicken sich am Ende zu einer Keule.
Die Tiere sitzen tagsüber auf Blüten. Sie ernähren sich nicht ausschließlich von Raps, sondern auch von den Blüten anderer Pflanzen mit meist gelben Blütenblättern. Rapsglanzkäfer fressen neben den Pollen auch Stempel und Fruchtknoten der Blüten. Bei Massenauftreten können die Käfer dadurch zu erheblichen Schäden in der Landwirtschaft führen. Die Käfer sind auch in der Lage, Töne zu erzeugen. Die Larven leben ebenfalls in Blüten, ernähren sich aber nur von Pollen und stellen so keine Gefahr für die Wirtschaft dar. Nach mehreren Häutungen verpuppt sich die Larve im Boden. Noch im gleichen Jahr schlüpft der fertige Käfer ungefähr zur Zeit der Rapsblüte bei einer Lufttemperatur ab 9 °C.
Im Sommer 2006 kam es in Deutschland im Osten Schleswig-Holsteins zu einem massenhaften Auftreten des Rapsglanzkäfers.
Die Bekämpfung des Rapsglanzkäfers wurde in den letzten 20 Jahren fast ausschließlich mit Pyrethroiden durchgeführt.
In den letzten 10 Jahren hat die Wirksamkeit dieser Pyrethroide gegen den Rapsglanzkäfer europaweit nachgelassen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, z.B. die Ausdehnung der Anbaufläche von Raps.


Neben dem Einsatz von Insektiziden werden eine Vielzahl weiterer Bekämpfungsmöglichkeiten diskutiert, die bisher aber nur wenig Eingang in die landwirtschaftliche Praxis gefunden haben. Möglich sind der Einsatz von entomopathogenen Pilzen, Fangpflanzen oder Förderung von Nützlingen, z.B. Parasitoiden.

Die Parasitoide der Larven des Rapsglanzkäfers sind Endoparasitoiden und gehören zur Ordnung der Hymenopteren. Für Europa wurden bisher neun Arten als Parasitoide des Rapsglanzkäfers identifiziert. Die am Rapsglanzkäfer in Deutschland am häufigsten auftretenden Parasitoiden sind Phradis interstitialis (Thomson), Phradis morionellus (Holmgren) und Tersilochus heterocerus Thomson. Diese drei Arten bilden nur eine Generation pro Jahr (univoltine).
Die erwachsenen Parasitoiden suchen die Larven des Rapsglanzkäfers (Wirtslarven) an den Blüten auf und stechen sie mit dem Ovipositor an. Dabei legen sie ein einzelnes Ei in die Larven des Rapsglanzkäfer. Die Wirtslarve wird zunächst nicht geschädigt, sondern entwickelt sich weiter. Nach dem dritten Larvenstadium lassen sich die Wirtslarven von der Rapspflanze auf den Boden fallen, wo sie sich zur Verpuppung eingraben. In diesem Augenblick (oder kurz zuvor) schlüpft die Larve des Parasitoiden im Inneren der Wirtslarve. Die Wirtslarve stirbt daraufhin in ihrem Verpuppungskokon im Boden ab. Im Folgejahr schlüpft der erwachsene Parasitoid aus dem Erdkokon. Der Kreislauf beginnt erneut.
Parasitierungsraten von mehr als 50% sind möglich. Der Grad der Parasitierung ist jedoch abhängig von einer Vielzahl von Faktoren (Klima, Rapssorte, ackerbauliche Faktoren). Die Parasitierung einer Wirtslarve durch zwei unterschiedliche Parasitoiden-Arten ist möglich.

Kommentare:

Hillside Garden hat gesagt…

Hallo, ich hab mich heute morgen sehr lang auf deinem blog aufgehalten, mußte aber dann weg. Ich finde es herrlich, wenn man sich frei entscheiden kann, wo man leben will. Weniger schön, dass es bei euch auch so trocken ist, dass ihr aus Wassermangel nicht mal mehr gießen dürft. Das wäre mein Todesstoß. Ich würde das Duschwasser nach draußen tragen, soviel steht fest - ohne Seife! Deine Gartenphilosphie könnte glatt meine sein, nur brauche ich meine Hecken, um mich vor dem grauenvollen Anblick zu schützen, der sich mir an zwei Seiten bietet, das Grundstück ist ja nicht so groß.
Deine Heilerin habe ich auch gefunden.
Grüße nach La Rochelle aus Hessen

Sigrun

Elke hat gesagt…

Hallo! Habe gerade nach diesen Käfern gesucht und bin bei dir gelandet. Im Moment sind sie bei uns überall, in jeder erdenklichen Blüte. Allerdings habe ich noch nicht gesehen, dass sie die Blätter mampfen - auf deinen Bildern könnten es auch Erdflöhe an den Blättern sein, die können hüpfen. Wenn es die sind, kannst du sie vielleicht besser bekämpfen als die Rapsglanzkäfer.
Viele Grüße
Elke

Sanspareil hat gesagt…

Danke Elke,
du hast recht, vom Schadbild her könnte es eher der Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephala) sein.
Ich werde mich eingehend damit beschäftigen. Moment haben wir Urlaubs-Besuch, so muss ich das verschieben.
Das ist doch toll an den Blogs. Man tauscht sich aus, bekommt Hilfe, lernt dazu.
Danke nochmal.
LG Sigrid